Wie entsteht ein Film / Video Clip?

Ein qualitativ hochwertiger Film / Video Clip ist kein Zufallsprodukt. Es braucht eine gute Idee, ein Konzept, solide Planung und letztlich auch entsprechendes Equipment.

Das Wesentliche zuerst: DIE DRAMATURGIE
Unabhängig davon, ob Sie einen YouTube Clip, einen Werbevideo für Ihre Homepage oder einen Spielfilm produzieren möchten: Alles dreht sich um die DRAMATURGIE. Dabei handelt es sich um die Lehre der Auswahl und der Anordnung erzählerischer Mittel zur Darstellung von Geschichten.

Bereits in der Antike begannen sich diese Erkenntnisse mittels Mythen, Sagen und Dramen in Regeln und Lehrsätzen zu verdichten. Der Zusammenhang zwischen der Art, wie eine Geschichte erzählt wird, und dem Empfinden des Zuschauers gründen somit auf uralten Grundlagen. In der folgenden Abbildung sehen Sie, wie diese Grundlagen ihre Anwendungen finden: 

Image Video für eine Bank

Produktion: Pit Walker – Kameras: Canon XL2 / Canon 5D Mark IV
Spezialeffekte: Adobe After Effects – Schnittprogramm: Adobe Premiere Pro
Musik: Cubase 9.0 / Yamaha Motif XF7 / HaLion 5.0 – Soundmischung: Adobe Audition

Die Idee 

Alle Projekte beginnen mit einer Idee. In einem ersten Schritt lohnt es sich, die Idee in zwei bis drei Sätzen zusammenfassen und das Thema zu formulieren. Eine Geschichte, die sich nicht in zwei, drei Sätzen zusammenfassen lässt, oder mehr als ein Hauptthema hat, ist wahrscheinlich zu kompliziert. Die Zusammenfassung soll dazu dienen, sich während des Schreibens immer wieder darauf zu beziehen. Ohne diesen ersten Leitfaden kann es leicht vorkommen, dass sich durch die intensive Beschäftigung mit dem Stoff neue Gedanken oder Interpretationen einschleichen, die nicht in die Geschichte passen und so die Kernaussage der Idee verwässern können. Wenn die zündende Idee für eine Geschichte fehlt, hilft es, nach einem Thema zu suchen, das Sie selbst beschäftigt. 

Die Story

Handlung sollte möglichst nicht gradlinig verlaufen, da sonst alles vorhersehbar und langweilig wird. Die Kunst besteht darin, die Handlung einige Haken schlagen zu lassen, die niemand erwartet hätte, oder an einer Kreuzung einfach eine ungewöhnliche Abzweigung zu nehmen und den Zuschauer in eine andere Richtung zu entführen, die er vorher nicht für möglich gehalten hätte. 

Das Exposé

Das Exposé ist der Grundriss der Geschichte und soll Klarheit über das Projekt verschaffen: Was ist die Kernidee und das Grundthema? Wie kann die Geschichte erzählt werden? Wie ist ihr roter Faden? Das Exposé legt ausserdem die Filmlänge und den Stil des Films fest. Denn jeder Film hat eine eigene Art, etwas zu erzählen oder zu beschreiben. Dieses Exposé sollte nun einem vertrauten Kreis vorgelegt werden. Das Feedback dieser Personengruppe zeigt auf, ob die Idee / das Thema verstanden wird und auf Zuspruch stösst. Andernfalls ist es jetzt der richtige Zeitpunkt, die Geschichte und das Thema nochmals zu überarbeiten.

Das Treatment

Das Treatment ist ausführlicher als das Exposé. Neben einer kurzen Inhaltsangabe und einer Beschreibung der wichtigsten Menschen, die im Film zu sehen sein sollen, erklären die Filmemacher oft auch, warum sie den Film machen wollen und was das Besondere an dem Thema ist. Wo genau soll gefilmt werden? Welche filmischen Mittel sollen dabei zum Einsatz kommen? Ausserdem werden im Treatment auch die Menschen genannt, die an dem Film mitarbeiten sollen (zum Beispiel Kameraleute oder Cutter). 

Das Drehbuch

Steht das Exposé und das Treatment beginnt die Arbeit am Drehbuch. Drehbücher unterliegen einer strikten, international anerkannten Form, die in jedem Fall eingehalten werden muss. Ein Drehbuch ist keine Erzählung. Das Drehbuche wird stets klar, deutlich, schnörkellos und einprägsam erzählt.

Dazu ein paar einfache Regeln:

  • Kurze klare Sätze
  • Präsens (die Geschichte wird in der Gegenwart geschrieben)
  • Wenige Regieanweisungen
  • Keine unwichtigen Einzelheiten
  • Keine „unsichtbaren“ Handlungen (wenn sie nicht hörbar gemacht werden können)
  • Wenige Monolog

Beispiel eines Drehbuchs

Die Dreharbeiten

Wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, beginnt die Crew, die Bilder und den Ton für den Film aufzuzeichnen. Diese Phase der Filmproduktion nennt man Dreharbeiten. Sie können für Kurzfilme ein paar Tage, für lange und aufwendige Filme auch mehrere Monate dauern. Technik und Crew kosten viel Geld, deshalb müssen Dreharbeiten straff organisiert sein und es gibt einen genauen Drehplan. 

Die Postproduktion

Der erste Entwurf

Im Rohschnitt werden Szenen grob zusammen geschnitten, um einen ersten Eindruck des Films zu kreieren.

Der Picture Look

In Absprache mit Ihnen entsteht im Feinschliff der finale Schnitt, den sogenannten Picture Look.

Die Finalisierung

Film Musik, Tonmischung, Color Grading und visuelle Effekte runden den Film ab und verschmelzen zu einem grossen Ganzen.